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Loslassen - (k)ein Kinderspiel

Aktualisiert: vor 3 Stunden

Übergang zur Fremdbetreuung


Die Geburt eines jeden Kindes bringt Veränderungen und Anforderungen in die bestehende Struktur. Seit diesem Moment lenken die Entscheidungen aller Beteiligten die Zukunft des Babys. Allen voran aber bestimmen die Eltern, wo es mit dem Neuling hingehen soll - während dieser sich auf seinem unaufhaltsamen Weg in die Selbständigkeit immer weiter (fort)entwickelt: erste Zähnchen, erster Brei, erste Schrittchen, erstes Trotti ...


Die Idee einer möglichen Fremdbetreuung taucht auf. Hier fügen sich verschiedene Überlegungen zu einem gelungenen Ganzen zusammen.


Phase 1 - die Idee

Halten wir fest, dass sich nicht nur das Kind von Gewohntem loslösen wird - die Eltern, die Geschwister und die weiteren Verwandten sind an diesem Prozess ebenso beteilgt und brauchen auch ihre Zeit.

Daher ist es für Eltern sinnvoll, zu überlegen, in welcher Reihenfolge die Beteiligten an den neuen, ersten Überlegungen teilhaben sollen. Die ersten Impulse sollten möglichst im engen, vertrauten Kreis besprochen werden.


Phase 2 - die Entscheidung

Nimmt die Idee mehr Gestalt an, sollte man die Phase des Heranreifens beachten. Bis zur einer endgültigen Entscheidung, welche von den Eltern möglichst konkret und einheitlich gefasst werden sollte, durchläuft man einen Prozess, bei dem die verschiedensten Überlegungen und auch das Bauchgefühl am Ende zu einer Harmonie finden sollten - es gibt keine Gewinner und Verlierer. Diese ausgeglichene Basis ist für einen gelungenen Übertritt enorm wichtig, aber leider nicht immer leicht zu erreichen. Eltern, die sich unschlüssig sind, sollten in diesem Prozess mit Vertrauenspersonen sprechen, wo sie genügend Raum bekommen, ihre Gefühls- und Verstandeswelt zu sortieren. Es ist kontraproduktiv, sich Menschen anzuvertrauen, die bereits eine vorgefertigte Meinung haben und nur wenig Raum zum Zuhören bieten.


Phase 3 - die Vorbereitung

Der Prozess der Entscheidungsfindung ist abgeschlossen und muss nun als eine wohlüberlegte Entscheidung allen Beteiligten mitgeteilt und verantwortungsvoll getragen weden. An dieser Stelle haben keine Unsicherheiten mehr Platz. Das Kind surft auf der Welle der Zuversicht seiner Eltern in die neue Lebenssituation hinein. Es braucht ein paar neue feststehende, also verlässliche Begriffe (z.B. KiTa, Name der KiTa und Betreuers usw. ) die in die neue Gesprächsthematik fest integriert werden. Einfache Gespräche über den bevorstehenden Alltag erleichtern den Kindern die Vorstellung auf das Unbekannte. Im Vorkindergarten werden die Kinder nur an solchen Wochentagen eingewöhnt, an denen sie die Einrichtung künftig auch besuchen werden. Das hat grosse Vorteile gegenüber den herkömmlichen Eingewöhnungsmodellen, wo die Kinder 14 Tage am Stück eingewöhnt werden, selbst wenn sie regulär nur ein oder zwei mal die Woche kommen würden. Die Kinder, welche den Vorkindergarten besuchen, entwickeln schnell einen verlässlichen Wochenrhythmus, bei dem der Übertritt lediglich eine Erweiterung zu ihrem gewöhnlichen Alltag darstellt und nicht ihre bisherigen Aktivitäten und Gewohnheiten unnötig tangiert. Somit erhalten die Kinder reichlich Zeit, die neuen Eindrücke zu verarbeiten, um freudig in den nächsten Eingewöhnungstag zu starten.


Phase 4 - der Übertritt

Es hilft dem Kind enorm weiter, wenn der Übertritt häufig situationsgemäss und mit den ausgesuchten Wort-Begriffen thematisiert wird. Dieser Prozess wird im Vorkindergarten dadurch unterstützt, indem jedes Kind sein eigenes, kleines Fotoalbum bei sich führt, in dem sich am Anfang vertraute Fotos von Zuhause befinden. Eltern erstellen diese Fotos gemeinsam mit dem Kind als Vorbereitung auf die Gruppenzeit, damit es sich in der neuen Umgebung mit schönen Erinnerungen seiner Familie weiterhelfen kann. Im Vorkindergarten werden ebenfalls Fotos mit dem Kind an seinen Altivitäten gemacht, damit es sich Zuhause an das Erlebte erinnert und den Familienmitgliedern davon ausgiebig berichten kann. Dies weckt auch die natürliche Vorfreude und das Vertrauen für den nächsten KiTa-Tag.

Der detailierte Übertrittsplan wird mit den Eltern vorab besprochen und zur Orientierung in schriftlicher Form mitgegeben. Die Umsetzung orientiert sich, wenn alle Parameter der Erwartung entsprechen, an diesem Plan. Beim Bringen und Abholen analysiert man miteinder den Prozess, sodass daraufhin die nächsten Eingewöhnungsschritte individuell festgelegt werden.


Fazit:

Der Übergang ist kein emotionales Problem, sondern ein Abstimmungsprozess zwischen inneren Ebenen und äusseren Strukturen, die nur im Einklang dem Kind dienlich sind.




 
 
 

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